Augenärzte warnen:
Lasern nicht nur aus Eitelkeit

 

27.09.2005 N-TV


Augenärzte warnen davor, sich nur aus Schönheitsgründen die Sehkraft per Laser verstärken zu lassen. "Das ist ein Jahrmarkt der Eitelkeiten", sagt Michael Foerster, Direktor der Augenklinik Benjamin Franklin der Charité in Berlin.

Oft komme es bei diesen so genannten refraktiven Eingriffen zu Nebenwirkungen. In fünf bis zehn Prozent der Fälle gebe es Langzeitkomplikationen, die bis hin zum Einsetzen einer neuen Hornhaut reichten. "Eine gute Brille ist schwer durch anderes zu ersetzen", kommentiert Foerster den aus den USA kommenden Trend, durch eine Operation auf Brille oder Kontaktlinsen zu verzichten. "In den USA kommt man schon wieder davon ab - denn die Kosten für die erforderlichen Nachbehandlungen sind explodiert."
 
Anders als beim kosmetischen Eingriff selbst müssen bei Komplikationen nämlich die Kassen zahlen. Bei einer solchen Operation, die die Lichtbrechkraft ändert, wird entweder die Linse oder die Hornhaut korrigiert oder eine künstliche Linse vor die des Auges gesetzt. Dabei bleibe ganz unberücksichtigt, dass die menschliche Linse sich sowieso im Laufe des Lebens verändere, so Foerster.
 
Wenn Probleme mit der Sehkraft auftreten und der Verdacht auf eine altersabhängige Makula-Degeneration besteht, sollten die Patienten unbedingt in einer Uniklinik oder eine Fachzentrum Rat suchen. "Ein niedergelassener Arzt kann nur schwer einordnen, welche Behandlungsmethode die passende ist", sagte Foerster. Noch vor zehn Jahren habe es keine Therapie der Krankheit gegeben, bei der die Netzhaut - das "Fotopapier" im Innern des Auges - nicht richtig arbeitet. Heute stünden sowohl Medikamente als auch eine operative Methode zur Alternative. In allen Industrienationen ist die AMD die mittlerweile häufigste Ursache für eine Sehbehinderung bei Menschen über 50. In Deutschland sind über eine Million Menschen betroffen.
 
 

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